blu.fm – In der Kategorie: Schlimmste Headline – Platz 1 – Zum zweite mal.

“WERDE MISTER SCHWUL 2009!” Wirtschaftswunder Werbung Sex Schwul Schönheit Nation Mode Mobil Mensch Meinung Mann Leben Internet Hetero Gesellschaft Deutschland Berlin Abgesehen davon, das die Übersetzung von “gay” eben NICHT “schwul” bedeutet, würde ich gerne mal wissen welche “Redakteure” sich bei “blu.fm” (der geneigte Leser kennt das erfolglose Berliner Monatsmagazin, ehemals “Sergej”, Online-Radio, den Mobilfunkanbieter – die schwule, eierlegende Wollmilchsau) diese Headlines auf dem gesellschaftlichen Niveau der Wirtschaftswunderzeit ausdenken und publizieren dürfen?

Das „Mister Gay“-Team ist auch 2009 auf der Suche nach Deutschlands Vorzeige-Homo. Ab sofort ist eine Bewerbung für den Titel des deutschen „Mister Gay 2009“ über die Internetseite www.mistergay.de möglich, der Bewerbungsschluss ist schon am 15. April!

“Vorzeige-Homo” (alleine für diese Wortwahl gehört ein Berufsverbot verhängt!) Aber es wird noch besser:

Auf den strahlenden Sieger warten nicht nur tolle Preise, viel Anerkennung und die Chance, ganz groß im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen. Denn der hier gewählte „Mister Gay“ nimmt als deutscher Repräsentant automatisch und ohne weitere Zwischenschritte an der Wahl zum „Mister Gay International“ in San Francisco teil.

SUPER!!!…wodurch strahlt denn der Sieger im Jahr 2009 – ein Sixpack? Nicht, das ich etwas gegen attraktive Männer hätte – aber muss sich so ein (überflüssiger?) Wettbewerb auf dem sprachlichen Niveau von heterosexuellen Spießern bewegen ?

Ein, um bei der unsäglichen Wortwahl zu bleiben, “Vorzeige-Homo” im Jahr 2009 ist für mich ein Mensch der im Leben steht, eine Meinung hat, sich für Belange engagiert die für Schwule (ich bin kein “Homo”) relevant sind. Schönheit vergeht…Meinung und Charakter bleiben…

Ich empfehle auch den Menu punkt “Zielgruppe” auf der blu.fm Homepage aufmerksam zu lesen! Hier ein Auszug:

Laut „MediaLogics" interessiert sich die Zielgruppe mit 54,1 % ( heterosexuelle Männer 34,9 %) sehr für Parfüm, Kosmetik und Pflegeprodukte.

Laut einer Untersuchung der BBDO geben 53% bzw.. 49% der Befragten an, dass sie sich „sehr für die neusten Modetrends interessieren" und dafür „viel Geld ausgeben".

90% der Zielgruppe gibt laut BBDO an, dass sie viel Wert auf eine gepflegte Wohnung legt. Laut AWA besteht eine dreimal so hohe Kaufplanneigung für Designermöbel in den nächsten 1-2 Jahren.

Dann lebe ich anscheinend in einem Paralleluniversum?!