Wir hatten auf Google+ nur ein harmloses Bild platziert….Jetzt kommt die ganze Wahrheit!

Toll: Jetzt Schlumpfsuppe von Knorr! Medien Kino Kampagne Essen

Toll: Jetzt Schlumpfsuppe von Knorr! von Daniel Glass

Mich hat die spezifische Zubereitungsform der Schlümpfe und die Umstände ihrer Tötung interessiert.
Im folgenden grob zusammengefasst, die ersten Recherche-Ergebnisse dazu, sowie ein kurzer medialer Rückblick “behind the kitchen”:

Tötung und Schlachtung
Zum einen ist natürlich die Tötungsvariante interessant-
Kommt hier ein kleines Bolzenschussgerät in Frage?
Oder wurden die Kleinen Kerle vergast oder unter Strom gesetzt?
Oder womöglich, international verwertbar, ordentlich geschechtet?
Oder einfach ganz doll erschreckt?
Unwahrscheinlich ist die Variante, der lebend und bei vollem Bewusstsein gekochten Schlümpfe, da das ausgeschüttete Schlumpfdrenalin das Aroma zu süsslich werden lässt und damit dem Eindruck einer Vollwertspeisung sensorisch entgegensteht.
Dieser Effekt wurde als nicht Kindgerecht betrachtet.
Zudem wurde das viele Geschrei beim Kochen als unerfreulich empfunden.

Weitere Details zur Schlachtung werden noch recherchiert und bei Gelegenheit mit einer hübschen Bilderstrecke nachgereicht.

Zubereitung
Wurden die kleinen Leckerbissen dann ausgezogen, gehäutet und sauber filetiert? – oder einfach im Stück mit Klamotte, Requisite und Mütze zerhackt, zu einem Teig verrührt und durch ein Sieb in Nudelschlumpfformen gepresst?
Das konnten meine Nachforschungen noch nicht abschliessend ermitteln, jedoch deuten nachgewiesene Spuren anorganischen Materials in der Suppe auf die Mitverwertung der Requisiten hin, welche die verarbeiteten Schlümpfe bei ihrer Tötung bei sich trugen.
Spuren blauen Kots lassen zudem darauf schliessen, dass die Schlümpfe vor ihrer Verwertung nicht ausgeweidet wurden.

Näheres folgt auch hier nach Sicherung weiterer Erkenntnisse.

Blasse Färbung
Was jedoch allgemein bekannt ist, ist die Frage der angesprochenen blassen Färbung der in der Suppe vorzufindenden Schlumpfleichen:

Wie sich unter experimentierfreudigen Kindern der 70er in Kindergärten und Grundschule schnell verbreitete, verlieren die Schlümpfe einige Tage nach ihrem Tod ihre typisch blaue Färbung. Was zunächst nur als euphorisierendes Fachwissen unter Kennern im Alter zwischen 4 und 8 unter der Hand gehandelt wurde, fand kurz darauf ein kurzes aber lautes Echo in den Medien:

Tote Schlümpfe in den Medien
Mit Erstausstrahlung der TV-Folge Nr. 136, “Gargamels Traum – Ich schlumpf dich tot!”, aus dem Jahre 1973, (ARD), wurde das Phänomen der Toter-Schlumpf-Entfärbung, in Fachkreisen auch “Leichen-entbläuung” genannt, ebenfalls in den Medien bekannt.

Die betreffende Folge befasst sich ungewohnt plastisch mit einem Massenmord in Schlumpfhausen.
Die Ursache für das dort dargestellte epische Gemetzel und gleichzeitig der dominierende Erzählstrang dieser Folge war natürlich – und schon wieder – eine Sexgeschichte zwischen Schlumpfine und 46 weiteren Dorfbewohnern.
Ohne hier weiter ins Detail gehen zu wollen, lässt sich zusammenfassend sagen, die Folge wurde überraschend von einigen Zuschauern als verstörend empfunden und nur einmal, im Jahr 1982 im ZDF Ferienprogramm, wiederholt, sowie in den folgenden Jahren, insgesamt sieben mal im Bayerischen Fernsehen, jeweils vor den Kaiserlichen Neujahrsansprachen von Franz-Josef Strauß,
( näheres findet ihr in der ZDF-Mediathek, nach einem entsprechendem Alters – und Unbedenklichkeitsnachweis)

Weitere Produktionsnotizen : Am Ende dieser Folge konnte der Aufmerksame Zuschauer kurz ein sehr plastisches Tatoo auf Gargamels rechtem Innenschenkel sehen, dessen Darstellung damals mit einer aufwändigen stereoskopischen Produktionstechnik, und für eine der ersten asynchronen Slomotion-Darstellungen mit 60 fps hergestellt wurde. ( Eine ähnliche Technik wird gerade bei der Produktion von Peter Jacksons “The Hobbit” erstmals wieder angewendet, allerdings mit nur 48 fps.)

Die relativ schlechten Animationen des in kürze anlaufende Kinofilms “Die Schlümpfe” ( 2011) wurden übrigens vollständig in 3D produziert und sind daher rein fiktiv.

Um dann zum Ende zu kommen – und ich möchte auch nicht zu ausschweifend werden -
Der der Uraufführung folgende kleine Medienskandal im Jahre 1973/74 ( Frau mit Herz berichtete) endete mit der strategischen Einführung von Michael Schanze im Kinderprogramm, mit dem Ziel, durch die massive Präsenz einer den Schlümpfen nahestehenden Lebensform, den nachhaltigen Eindruck von insgesamt 42 blassen, verstümmelten Schlumpfleichen aus der mittlerweile indizierten Folge aus dem Jahr 1973, über mehrere Jahrzehnte zu kompensieren.

Das klingt aus heutiger Sicht unsinnig, aber wenn ihr euch in eure frühjugendlichen TV-Erfahrungen zurück versetzt, und euch zwar an Michael Schanze, aber nicht an die verstümmelten toten Schlümpfe erinnern könnt, zeugt dies vom nachhaltigen Erfolg dieser Strategie.

Gegenwart:
Mit der Einführung der Schlumpfsuppe von Knorr droht dieser sensibel gewichteten und seit über dreissig Jahren erfolgreiche Medienkampagne natürlich ein empfindlicher Schaden -
Das Bayerische Kultusministerium und die Öffentlichen Medienanstalten Neubrandenburg nehmen sich der Sache daher nächste Woche an.

Die Gargamel-Erbengemeinschaft, deren neu erworbene Anteile an der Knorr-Suppenfabrikations AG im Mai 2011 für Unruhe an den Börsen sorgte, war noch zu keiner Stellungnahme bereit.

Die Suppe schmeckt übrigens köstlich.
Wenn auch etwas zu süss.