Das Honigkuchenpferd im Galopp
Was für ein Durcheinander…Da habe ich mich gefreut das die Blogrebellen Kreuzberg mir einen Gastartikel angeboten haben. Heute dann der erste Post Das Honigkuchenpferd auf LSD, dann bei Google+ wilde Diskussionen zum Post über mein politisches Empfinden, Randgruppen die keine sind, und die Diskriminierung des gemeinen Homosexuellen im speziellen.
Komisch ist, immer wenn bisher satirisch auf die anderen Parteien und deren Wahlkampf eingedroschen habe gab es großes Gelächter und Zustimmung. Alle haben sich gefreut als ich mir das Plakat der BIG-Partei mit den Schreibfehlern vorgenommen habe – die sind homophob, da ist es ja politisch korrekt draufzuhauen, gell? Und auch Renate Künast bin ich wesentlich härter angegangen. (Mensch Renate 1 & Mensch Renate 2)
Kaum aber geht’s um Homosexuelle wird reflexartig die Gesellschaftskeule herausgeholt.
Ich weiß sehr gut was Benachteiligung homosexueller Bürger in sehr vielen Bereichen unserer Gesellschaft, bedeutet, aus eigener Erfahrung.
Wie eine Geringschätzung meines Lebensstils aussehen kann, durfte ich vor ein paar Jahren in München erleben (s. Foto). Da bin ich nur zum falschen Zeitpunkt aus dem falschen Lokal gekommen.
Es ist aber schon erstaunlich das exakt die Gruppen (damit meine ich nicht nur Homosexuelle) die am vehementesten Anerkennung, Toleranz und Gleichbehandlung fordern, am empfindlichsten reagieren wenn sie angegriffen oder kritisiert werden.
Zur Gleichbehandlung und Emanzipation gehört es auch über sich selbst lachen zu können und Satire auszuhalten!
Oder wie Serdar Somuncu es ausdrückt “…jede gesellschaftliche Gruppe hat ein Recht darauf diskriminiert zu werden…”
Das es in vielen gesellschaftlichen Bereichen noch viel zu tun gibt – unbenommen.
Wie unter anderem der o.g. Wahlkampf der BIG-Partei zeigt.
Dafür langt es aber nicht, einmal im Jahr seine teuer antrainierten Titten und/oder seine primären Geschlechtsmerkmale auf dem Ku’damm einem gaffenden Mob zu präsentieren und dann zu glaube man hätte etwas für die Akzeptanz getan.
Auch die Flucht in hetero-normatives Verhalten (vulgo Homo-Ehe) sei gegönnt wer glaubt so leben zu müssen. Mit in der Gesellschaft ankommen hat das aber nichts zu tun. Es ist der Irrglaube tradierte Wertvorstellungen zu übernehmen (imitieren) brächte die gleiche Anerkennung/Wertschätzung.
Ich will kein Verständnis, ich möchte Respekt. Ich brauche auch kein Hetero-Imitat einer Partnerschaft , ich will gleiche Rechte.
Trotzdem darf ich aber über drei Wahlplakate lachen und politisch inkorrekte Witze machen. Deswegen vergesse ich meine politische und gesellschaftliche Verantwortung doch nicht! Und was ist mit Eurer ?
Und eben darum rate ich zu größter Gelassenheit.

