Beiträge mit tag "Deutschland
Die Szene kämpft gegen Liquid Ecstasy
0Nach der Großrazzia mit 600 Durchsuchungen: Auch in der Community versucht man, den Gebrauch von GBL/GHB einzudämmen.
Von Christian Scheuß
Wer hätte geahnt, dass die Industriechemikalie Gamma-Butyrolacton (GBL) einmal solch einen Wirbel verursachen würde. Rund 600 Wohnungen und Büros wurden am Mittwochmorgen in Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Polizei durchsucht. 1290 Beamte waren allein in Deutschland in den frühen Morgenstunden unterwegs. Wenn man weiß, das GBL ein legal erwerbbares Vorläuferprodukt des illegalen GHB ist, dass in der Party- und Fetischszene auch als “Liquid Ecstasy” bekannt ist, wird die Brisanz allerdings klar. Man wollte mit der spektakulären Aktion den florierenden Handel mit der Chemikalie im Internet zerschlagen.
Jenseits des…weiter auf www.Queer.de
Links zum Thema:
Safer Use-Regeln bei GBL/GHB unter „Broschüren“
www.folsomeurope.com
SZ-Bericht über die Großrazzia
Die BZ zum "Homo"-Mahnmal
1Heute in der BZ Berlin. Na da schau einer an:
Mein Ärger …
Ich besuchte das Denkmal der küssenden Männer im Tiergarten und finde, es wird den naziverfolgten Homosexuellen nicht gerecht
Ende Mai wurde im Tiergarten das Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Homosexuellen der Öffentlichkeit übergeben. Vom Kulturstaatsminister des Bundes, Bernd Neumann. 14 Jahre lang war um das Denkmal gestritten worden, jetzt ist es da. Zu meiner Verwunderung nimmt es aber kaum jemand wirklich zur Kenntnis.
Ich stand, ganz allein, gegenüber dem Holocaust-Mahnmal, vor einem großen grauen schief stehenden Würfel. Ich blickte durch ein Guckloch und eine Glasscheibe in das Innere. Dort sah ich zwei Männer, die sich küssen, der eine hat kurzes helles Haar, der andere dunkles längeres. Sie stehen unter einem Baum in einem Park. Der Film ist in schwarz-weiß gehalten und fängt alle paar Minuten von vorne an. Ästhetisch ist er gelungen, die Männer sehen nett aus.
Ich verließ den Würfel und stieß erst dann auf eine Gedenktafel, die vorne am Weg aufgestellt ist. Dort steht: „Mit diesem Denkmal will die Bundesrepublik Deutschland die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten…“ Erst hier erfuhr ich von dem Entsetzlichen: In der Hitler-Zeit wurden in Deutschland rund 54000 Homosexuelle zu Haftstrafen verurteilt, etwa 7000 wurden von den Nazis in Konzentrationslagern gefoltert und ermordet.
An dieses Grauen hatten mich die küssenden Männer in Schwarz-Weiß aber in keiner Weise erinnert. Der Film zeigte mir einen Ausschnitt aus dem Alltag eines schwulen Paares. Er stellt meiner Meinung nach keinen Zusammenhang mit dem tausendfachen Leid der Homosexuellen in den Konzentrationslagern der Hitler-Zeit her. Und der graue Würfel mit dem Guckloch tut es auch nicht.
Ähnlich unverständlich wirkte anfangs auch das Holocaust-Mahnmal auf mich: Die vielen grauen Stelen sagten mir wenig. Erst das unterirdische Dokumentationszentrum führte mir vor Augen, woran hier eigentlich erinnert werden soll.
Das Homosexuellen-Denkmal braucht dringend eine Ergänzung, eine Erklärung. Sonst wird es in meinen Augen dem Ernst der Sache nicht gerecht.
zum BZ-Artikel

